Lied

Ein Teil der literarischen „Energie“ ist in die Texte der Zwei-Mann-Combo grau geflossen, auf die darum auch hier noch einmal hingewiesen sei:

www.grau-musik.de

Die zwei folgenden Texte haben es aus zeitlichen Gründen nicht bis zur Aufnahme geschafft:

Haus mit Garten (2007)
Der Metzger wäscht sich das Gedärm von den Händen
Er will doch so gern wieder beten
Im Tanzclub rinnt langsam der Schweiß von den Wänden
Lieber sich auf die Füße als gar nicht zu treten

Und Radfahrer schlagen in Fußgängermünder
Und kriegen die Kurve nicht, kriegen zuviel
Und Stundenmütter hüten stumme Spielplatzkinder
Deren Eltern im Büro ihre Zukunft verspielen

Gib mir einen Stift und Papier
Und ich zeichne dir ein Haus mit Garten
In dem wir, wenn ich mich nicht verlier’
Bei Tabak und Bier auf das Ende warten

Der Junge mit dem Handy kommt nicht mehr zur Ruhe
Er fühlt sich allein seit dem Flatrate-Vertrag
Und das Mädchen in Pink kauft sich noch ein Paar Schuhe
Für den Abend, für den Tag, an dem sie nur noch laufen mag

Im Karteileichentanzlokal Bierhalle startet
Das Glasperlenspiel der Gesellschaftstheorie
Alle wissen wie’s besser geht aber jedermann wartet
Auf den Tod, besseres Wetter, die Fernsehlotterie

Gib mir alle Sender, alle Werbewände
Die Bibliotheken und ein-zwei Armeen
Und ich mache dem Zirkus noch heute ein Ende
Als Retter der Welt, oh ihr werdet schon sehen

Ach nein, gib mir einen Stift und Papier
Und ich zeichne dir ein Haus mit Garten
In dem wir, wenn ich mich nicht verlier
Bei Tabak und Bier auf das Ende warten

 

Was ich nicht verstehe (2015)
Ich weiß manchmal nicht
Wie die anderen das machen
Ihr Krönchen zu richten
Beim Abschied zu lachen

Oh, wir haben gelacht
Das Ende vor Augen
Noch Pläne gemacht
Wer weiß, was sie taugen

Bis zuletzt
Waren manche Abende magisch
Und jetzt ist es nicht einmal tragisch
Dass du fort bist

Was ich nicht verstehe
Warum ist das zwischen uns
Wie das Ende der Ehe
Von Hinz oder Kunz

Es gibt kein Zerwürfnis
Wir wollen Freunde bleiben
Warum hab’ ich kein Bedürfnis
Dir Briefe zu schreiben?

Keine Lust auf andere Leute
Kein schlechtes Gewissen
Aber wenn es nichts bedeutet
Warum geht’s mir dann beschissen?

Wir sehen uns wieder
Worauf ich mich freue
Singen alte Lieder
Schreiben ein paar neue

Was wir uns geschworen haben
Wovon wir träumen
Was wir verloren haben
Was wir versäumen

Ein neues Kapitel
Ist aufgeschlagen
Ich kenn’ nicht mal den Titel
Aber wen soll ich fragen?

Es lebt sich ganz heiter
Fühlt sich beinah gut an
Und weiß ich mal nicht weiter
Dann trink’ ich mir Mut an

Bis zuletzt
Waren manche Abende magisch
Und jetzt ist es nicht einmal tragisch
Dass du fort bist

Was ich nicht verstehe
Warum ist das zwischen uns
Wie das Ende der Ehe
Von Hinz oder Kunz

Es gibt kein Zerwürfnis
Wir wollen Freunde bleiben
Warum hab’ ich kein Bedürfnis
Dir Briefe zu schreiben?

Keine Lust auf andere Leute
Kein schlechtes Gewissen
Aber wenn es nichts bedeutet
Warum geht’s mir dann beschissen?